Plath Blog

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Mein Kompass

Kein Poesie-Album.
Ein Merk-Blatt.
Klar-Text.
Gezieltes.
Abtrünniges.
Ungeschminktes.
Reizendes.
Unliebsames.
Gewühle.

DU LÄSST MICH NICHT LOS

MeinungPosted by André Plath Sat, April 13, 2019 18:14:04
Du, mein Bruder, das Wernerle.

Geboren vor 68 Jahren, am 10. April 1951, gestorben am 18. März 2006.


(c) KWP



William Shakespeare

Sonett 71

Wein länger nicht, wenn ich gestorben bin,

Als bis verhallt der Totenglocke Ton.

Erzähl der Welt, daß ich entflohen bin

Der Niedrigkeit und nun bei Würmen wohn.

Nein, liest du dies hier, gedenke nicht

Der Hand, die die´s schrieb. Weil ich dich lieb so sehr,

Will ich, daß dein Erinnern bald zerbricht;

Das An-mich-Denken würde dir nur schwer.

Ich sag: Wenn du einst diesen Vers schaust an.

Vermodert vielleicht längst schon mein Gebein.

Verschweige meinen Namen dann,

Laß deine Liebe auch gestorben sein.

Daß nicht die Welt vernimmt das Seufzen dein

Und dich verhöhnt, dann ohne mich allein.


01. Februar 91

Karl Werner Plath



10435 Berlin, Schönhauser Allee 26, Seitenflügel, 2. Etage - der Geburtsort der Sonette. Gleich LINKS, neben dem "Jüdischem Friedhof".

Werners Brille. Die sorgte bei ihm, bis zuletzt, für Kurz- und Weitsicht.
Für Durch-Sicht. Für Drauf-Sicht. Und für Klar-Sicht.

* * *

Hier hörst Du, DU LEBST, im Vers fort.


Es geht weiter...